Jahresrückblick 2025

Jahresrückblick 2025
Was sich in meiner Arbeit mit Pferden und Hunden wirklich gezeigt hat
Der Rückblick auf das Jahr 2025 zeigt in meiner therapeutischen Arbeit mit Pferden und Hunden ein sehr klares Bild:
Es ging nur selten um ein einzelnes, isoliertes Symptom. Viel häufiger zeigten sich Zusammenhänge, die erst im gemeinsamen Hinschauen sichtbar wurden – zwischen Bewegung, Haltung, Fütterung, Verdauung, Haut, Nervensystem und den jeweiligen Alltagsbedingungen, unter denen die Tiere leben.
Viele Anfragen begannen nicht mit einer akuten Diagnose, sondern mit einem Gefühl. Etwas war anders als sonst. Nicht unbedingt dramatisch, nicht klar benennbar, aber auffällig genug, um genauer hinzuschauen. Im weiteren Verlauf wurde häufig deutlich, dass sich mehrere Faktoren über längere Zeit aufgebaut hatten. Der Körper hatte vieles kompensiert – oft erstaunlich lange – bis diese Ausgleichsmechanismen nicht mehr ausreichten.
Pferde: Bewegung, Haltung und das Thema Kompensation
Bei den Pferden standen 2025 vor allem Bewegung, Haltung und daraus entstehende Kompensationsmuster im Vordergrund. Dabei zeigte sich sehr deutlich, dass diese Themen nicht an eine bestimmte Haltungsform gebunden sind.
Sowohl Pferde in klassischer Boxenhaltung als auch Pferde in Offenstall- oder Aktivstallhaltung entwickelten schleichende Ausweich- und Schonmuster, wenn ein gezieltes Ausgleichstraining fehlte. Regelmäßige Eigenbewegung ist ein wichtiger positiver Faktor, ersetzt jedoch nicht automatisch eine ausbalancierte, strukturierte Belastung. Wiederkehrende Bewegungsabläufe, einseitige Nutzung bestimmter Muskelgruppen oder fehlende gezielte Mobilisation können auch in bewegungsreichen Haltungssystemen langfristig zu Haltungs- und Kompensationsproblemen führen.
Viele dieser Veränderungen blieben lange unauffällig. Das Pferd funktionierte, passte sich an, glich aus. Erst wenn zusätzliche Belastungen hinzukamen – etwa durch Training, Reitergewicht, Veränderungen im Alltag oder gesundheitliche Einflüsse – wurden Einschränkungen sichtbar. Häufig zeigten sich dann Muskel- und Faszienspannungen, Probleme in der Oberlinie oder eine nachlassende Tragfähigkeit.
Auch der Magen-Darm-Trakt spielte bei vielen Pferden eine zentrale Rolle. Kotwasser, instabile Kotkonsistenz oder eine insgesamt erhöhte Sensibilität traten häufig im Zusammenhang mit Stress, Haltungsbedingungen, Fütterung und Bewegung auf. Die Verdauung erwies sich erneut als sensibles Regulationssystem, das früh auf Ungleichgewichte reagiert.
Akute Problematiken und gezielte Therapie
Neben diesen eher schleichenden Entwicklungen gab es selbstverständlich auch akute orthopädische Problematiken. Plötzlich auftretende muskuläre Verletzungen, Sehnen- oder Bandprobleme oder akute Schmerzgeschehen erforderten eine unmittelbare und gezielte Behandlung.
Hier kamen sowohl physikalische Therapieformen wie Stoßwelle, Equitron oder Laser als auch gezielte physiotherapeutische Grifftechniken zum Einsatz. Durch manuelle Arbeit konnten Blockaden und Bewegungseinschränkungen teilweise kurzfristig deutlich verbessert werden. Nicht selten machte gerade die akute Behandlung bestehende Kompensationsmuster erst sichtbar, die im Anschluss ganzheitlich weiter betrachtet wurden.
Akute Therapie und ganzheitliche Betrachtung standen dabei nicht im Widerspruch, sondern ergänzten sich sinnvoll.
Hunde: Verdauung, Haut, Fütterung und hormonelle Einflüsse
In der Arbeit mit Hunden zeigten sich 2025 andere Schwerpunkte. Besonders häufig standen Verdauung, Haut und Fütterung im Vordergrund. Funktionelle Verdauungsprobleme, weicher Kot, Blähungen oder Unruhe traten meist nicht akut krankhaft auf, sondern schleichend und wiederkehrend.
Eng damit verbunden waren Haut- und Fellveränderungen. Juckreiz, Schuppen oder ein verändertes Fellbild waren häufig Ausdruck innerer Regulationsprozesse und standen oft im Zusammenhang mit Stress, Nervensystem, Fütterung und hormonellen Einflüssen.
Das Thema Fütterung war bei Hunden besonders präsent. Viele Rationen waren gut gemeint, jedoch zu komplex, häufig wechselnd oder nicht an hormonelle Phasen und Belastung angepasst. Die Auswirkungen zeigten sich selten sofort, sondern indirekt – über Verdauung, Haut, Verhalten oder muskuläre Spannung.
Hormonelle Einflüsse spielten sowohl bei Hündinnen als auch bei Rüden eine Rolle. Läufigkeit, Scheinträchtigkeit und hormonelle Umstellungsphasen wirkten sich bei Hündinnen häufig auf Verdauung, Haut, Verhalten und Spannungszustände aus.
Bei Rüden – insbesondere im Wachstum und in Entwicklungsphasen – traten vermehrt Unruhe, Spannungen oder verändertes Bewegungsverhalten auf. In diesem Zusammenhang stand häufig die Frage im Raum, ob und wann eine Kastration sinnvoll ist. Diese Entscheidungen wurden nicht pauschal beantwortet, sondern stets im Zusammenhang mit körperlicher Entwicklung, hormoneller Reife, Verhalten und Bewegungsapparat eingeordnet.
Ein weiterer Schwerpunkt waren Hunde aus dem Ausland bzw. sogenannte Rettungshunde. Bei ihnen zeigten sich häufig instabile Verdauungsthematiken, teils in Verbindung mit früheren Belastungen, Umstellungen oder durchgemachten beziehungsweise latenten Viruserkrankungen. Die Begleitung dieser Hunde erforderte ein besonders behutsames, stabilisierendes Vorgehen.
Praxis, Online-Shop und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Ein spannender Aspekt des Jahres 2025 war auch der Blick auf den Online-Shop. Die Nachfrage dort spiegelte viele der Praxisthemen wider. Besonders gefragt waren unterstützende, regulierende Produkte für Verdauung, Haut, Muskulatur, Nervensystem und eine flexible Fütterung – nicht als schnelle Lösung, sondern als sinnvoller Baustein im Gesamtkonzept.
Sehr gefreut hat mich zudem die Zusammenarbeit mit Tierärzten und Tierkliniken. Einige Tiere kamen auf deren Empfehlung zur begleitenden Therapie, was den Wert einer interdisziplinären Ergänzung zwischen medizinischer Versorgung und physiotherapeutischer Begleitung unterstreicht.
Einordnen, aufklären, begleiten
Übergreifend wurde 2025 deutlich, wie anspruchsvoll die Rahmenbedingungen für Tierhalter geworden sind. Kosten, Komplexität und eine große Informationsflut führen bei vielen zu Verunsicherung. Nicht-akute Themen werden dadurch im Alltag häufig aufgeschoben – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Unsicherheit oder Überforderung.
Meine Aufgabe sehe ich darin, einzuordnen, zu erklären und realistische Wege aufzuzeigen – vorbeugend, begleitend und im Akutfall. Ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit ist dabei die Aufklärung und Beratung: Zusammenhänge verständlich zu machen, Orientierung zu geben und Entscheidungen nachvollziehbar zu begleiten. Denn nur wenn Ursachen verstanden werden, können Veränderungen bewusst und nachhaltig umgesetzt werden.
Fazit
Der Jahresrückblick 2025 zeigt sehr klar:
Gesundheit entsteht selten durch eine einzelne Maßnahme. Sie ist das Ergebnis aus Bewegung, Haltung, Fütterung, Regeneration und innerer Regulation – und aus einem ehrlichen, realistischen Blick auf Tier und Mensch.




